Eine der häufigsten Rückmeldungen von Lehrkräften zum Thema ADHS lautet: «Darauf wurde ich in meiner Ausbildung nicht vorbereitet.» Und die Forschung gibt ihnen recht.

Studien zeigen, dass das Thema ADHS in der Lehrkräfteausbildung vieler Länder nur am Rande behandelt wird, wenn überhaupt. Angehende Lehrpersonen erlernen didaktische Methoden, Fachwissen und allgemeine Pädagogik, aber der Umgang mit neurodivergenten Schülerinnen und Schülern kommt häufig zu kurz. Das Ergebnis: Lehrkräfte stehen im Berufsalltag vor einer Herausforderung, für die ihnen die Werkzeuge fehlen.

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Die Folgen für Betroffene

Forschung zeigt, dass Lehrkräfte ohne ADHS-spezifisches Wissen eher zu traditionellen Disziplinierungsstrategien greifen – Auszeiten, Klassenzimmerverweise, Strafarbeiten – die bei ADHS-Kindern nachweislich wenig nützen und die Beziehung zwischen Kind und Lehrkraft belasten. Lehrkräfte, die hingegen an guten Weiterbildungsprogrammen teilgenommen haben, setzen deutlich häufiger positive, evidenzbasierte Strategien ein: Sie gestalten die Lernumgebung stimulationsfreundlich, minimieren Übergänge und nutzen unmittelbares positives Feedback.

Ein vielversprechender Ansatz kommt aus der Schweiz. Die Praxis für Lösungs-Impulse AG bietet einen Zertifikatslehrgang zum ADHS-Coach PLI® an, der gezielt auf die Begleitung von betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie deren Umfeld vorbereitet. Der Ansatz ist lösungsorientiert und ressourcenbasiert: Statt sich auf Defizite zu konzentrieren, geht es darum, die besonderen Stärken und Kompetenzen von ADHS-Betroffenen zu erkennen und zu fördern.

Die Ausbildung vermittelt neben einem fundierten Verständnis von ADS und ADHS auch konkrete Werkzeuge für den Umgang in Schule, Erziehung, Arbeitsplatz und Beziehung – einschliesslich Gesprächsführung und Konfliktmanagement. Der Lehrgang baut auf die PLI Coaching®-Basisausbildung auf und ist an verschiedenen Standorten in der Schweiz sowie online belegbar.

Was Lehrkräfte wirklich brauchen

Was sich Lehrkräfte wünschen, ist laut Studien oft weniger abstrakte Theorie als vielmehr konkretes Handwerkszeug: Was mache ich, wenn ein Kind zum dritten Mal aufsteht? Wie formuliere ich Anweisungen, die ankommen? Wie gestalte ich Gruppenarbeit, ohne dass es eskaliert? Wie kommuniziere ich mit Eltern, ohne dass es zum Vorwurfsgespräch wird?

Wenn du als Lehrkraft das Gefühl hast, dass dir Wissen fehlt, ist das kein individuelles Versäumnis. Es ist ein systemisches Problem, das sich nur durch bessere Ausbildung und zugängliche Weiterbildungsangebote lösen lässt. Bis dahin gilt: Jede einzelne Fortbildung, jedes gelesene Fachbuch, jeder Austausch mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen ist ein Schritt in die richtige Richtung.

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Herzlich, deine Marianne