

ADHS und Freundschaften
Die soziale Dimension, die oft zu kurz kommt
ADHS und Freundschaften
Die soziale Dimension, die oft zu kurz kommt
Schule ist nicht nur Lernen. Schule ist auch der Ort, an dem Kinder soziale Beziehungen aufbauen und ihren Platz in der Gruppe finden. Genau hier haben Kinder mit ADHS oft besondere Schwierigkeiten.
Ablehnung und Ausgrenzung
Kinder und Jugendliche mit ADHS werden von Gleichaltrigen häufiger abgelehnt als neurotypische Kinder. Die Gründe sind vielfältig: Impulsives Verhalten wie Dazwischenreden oder Nicht-Abwarten-Können wird von anderen als unhöflich empfunden. Schwierigkeiten beim Lesen sozialer Signale führen zu Missverständnissen. Emotionale Überreaktionen irritieren Gleichaltrige. Und die Unruhe macht es schwer, bei ruhigeren Aktivitäten oder Gruppenarbeiten dranzubleiben.
Dazu kommt ein Phänomen, das die Forschung als «positive illusory bias» beschreibt: Viele ADHS-betroffene Kinder schätzen ihre eigenen sozialen Fähigkeiten deutlich besser ein, als ihre Umgebung sie wahrnimmt. Sie verstehen nicht, warum sie nicht eingeladen werden, warum Freundschaften immer wieder zerbrechen. Diese Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdbild ist belastend.
Ablehnung durch Gleichaltrige ist einer der stärksten Prädiktoren für niedriges Selbstwertgefühl bei ADHS-betroffenen Kindern. Das macht die soziale Dimension mindestens so wichtig wie die akademische.

Was Lehrkräfte tun können
Strukturierte Sozialformate helfen. Statt bei Gruppenarbeit die freie Wahl zu lassen – wobei Kinder mit ADHS oft als letzte gewählt werden – können Gruppen bewusst eingeteilt und Rollen klar verteilt werden. Gib dem ADHS-Kind eine Aufgabe, die zu seinen Stärken passt: Zeitmanager, Materialverantwortlicher oder Ideensammler. So wird es als beitragendes Mitglied wahrgenommen statt als störender Faktor.
Ideen für Eltern
Eltern können helfen, indem sie Freundschaften ausserhalb der Schule fördern. Vereine, Sportgruppen oder kreative Kurse bieten Möglichkeiten, Gleichgesinnte zu treffen, ohne den Leistungsdruck des Klassenzimmers. Soziale Situationen zu Hause zu üben – etwa durch Rollenspiele, in denen das Kind lernt, abzuwarten, zuzuhören oder angemessen zu reagieren – klingt einfach, kann aber über die Zeit einen Unterschied machen.
Wichtig ist auch, das Kind bei Rückschlägen aufzufangen, ohne das Problem kleinzureden. «Die sind eh blöd» hilft genauso wenig wie «Du musst dich halt mehr anpassen.» Hilfreicher ist: «Das tut weh. Lass uns gemeinsam überlegen, was du beim nächsten Mal anders machen könntest.»
Einladung
Möchtest du lernen, Kinder und Familien mit ADHS professionell zu begleiten? In unseren Ausbildungen lernst du, Betroffene und ihr Umfeld fürs Leben zu stärken. Buche dir ein kostenloses Beratungsgespräch, wenn du Fragen hast. Wir freuen uns auf dich ❤️

Einladung
Möchtest du lernen, Kinder und Familien mit ADHS professionell zu begleiten? In unserer Ausbildung zum ADHS Coach CAS PLI® verbinden wir lösungsorientierte Ansätze mit einem tiefen Verständnis für neurodivergentes Denken. Ein Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Herzlich, deine Marianne
Impressum
Datenschutz