Eine verbreitete Annahme lautet: Autistische Menschen wollen keinen Kontakt mit anderen. Das ist in den meisten Fällen falsch. Viele autistische Kinder und Jugendliche wünschen sich Freundschaften, verstehen aber die unausgesprochenen Regeln sozialer Interaktion nicht intuitiv. Sie lesen Gesichtsausdrücke schwerer, interpretieren Tonfall anders und wissen manchmal nicht, wie man ein Gespräch beginnt, aufrechterhält oder beendet.

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Die Einsamkeit dahinter

Forschung zeigt, dass autistische Kinder häufiger von Gleichaltrigen abgelehnt werden und ein höheres Risiko für soziale Isolation tragen. Besonders in der Pubertät, wenn soziale Dynamiken komplexer werden, geraten viele autistische Jugendliche an ihre Grenzen. Die Folge kann ein Rückzug sein, der nicht gewollt, sondern erzwungen ist.

Was Lehrkräfte tun können

Gruppenarbeit bewusst gestalten: Gruppen einteilen statt wählen lassen. Dem autistischen Kind eine klare Rolle zuweisen. Strukturierte Sozialformate nutzen, bei denen die Regeln explizit und vorhersehbar sind – zum Beispiel gemeinsame Projekte mit fester Aufgabenverteilung.

Ein Lernpatensystem kann dem autistischen Kind eine feste Ansprechperson bieten. Wichtig: Die Patenschaft sollte freiwillig sein und nicht als Belastung empfunden werden.

Was Eltern tun können

Freundschaften ausserhalb der Schule fördern: Vereine, Onlinecommunities, Interessengruppen. Und vor allem: Die sozialen Kontakte, die dein Kind hat, nicht an neurotypischen Massstäben messen. Manche autistische Kinder haben einen engen Freund – und das reicht völlig.

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Herzlich, deine Marianne