Du bist Lehrperson, Sozialpädagogin, Heilpädagoge oder arbeitest in einem therapeutischen Beruf. Du merkst: ADHS begegnet dir ständig. Und du spürst, dass du mehr tun könntest – mehr, als dein aktueller Rahmen erlaubt. Aber kündigen und alles auf eine Karte setzen? Das kommt nicht in Frage.

Das muss es auch nicht. Die meisten erfolgreichen ADHS-Coaches haben nebenberuflich angefangen – mit zwei Abenden pro Woche, neben dem regulären Job. In diesem Artikel erfährst du, wie das konkret funktioniert. Mit einer Beispielrechnung, realistischen Zeitrahmen und den Schritten, die tatsächlich nötig sind.

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Braucht die Schweiz überhaupt ADHS-Coaches?

Die kurze Antwort: Ja. Und zwar dringend. In der Schweiz sind schätzungsweise 5–7% aller Kinder und Jugendlichen von ADHS betroffen, bei Erwachsenen geht man von 1–4% aus. Mindestens 70% der betroffenen Kinder haben mindestens eine Komorbidität – also eine zusätzliche Belastung wie Angststörungen, Depression oder Lernschwierigkeiten. Die Wartezeiten für eine ADHS-Abklärung betragen in vielen Kantonen mehrere Monate, manchmal über ein Jahr.

Gleichzeitig gibt es einen grossen Mangel an Fachpersonen, die ADHS-Betroffene nicht nur diagnostizieren, sondern im Alltag begleiten können. Psychiater und Psychotherapeuten sind überlastet und haben oft keine Kapazitäten für die engmaschige, alltagsnahe Begleitung, die ADHS-Betroffene und ihre Familien brauchen. Genau hier setzt ADHS-Coaching an: Es schliesst die Lücke zwischen Diagnose und Alltag, zwischen Medikation und konkreter Umsetzung im Leben.

Die Nachfrage nach qualifiziertem ADHS-Coaching wächst stetig – befeuert durch eine zunehmende gesellschaftliche Sensibilisierung, eine höhere Diagnoserate bei Erwachsenen und den wachsenden Wunsch vieler Betroffener nach Begleitung, die über die klassische Therapie hinausgeht. Wer sich heute als ADHS-Coach positioniert, betritt keinen übersättigten Markt – sondern einen, der gerade erst entsteht.

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Warum nebenberuflich (oft) der klügere Weg ist

Nebenberuflich starten heisst: Du hast weiterhin ein festes Einkommen, während du Erfahrung sammelst, dein Netzwerk aufbaust und deine ersten Klienten gewinnst. Du lernst, was funktioniert und was nicht – ohne existenziellen Druck. Und du merkst, ob ADHS-Coaching wirklich das Richtige für dich ist, bevor du alles umkrempeln musst.

Ausserdem: Dein bestehender Beruf ist ein Vorteil, kein Hindernis. Als Lehrperson, Sozialpädagogin oder Therapeutin hast du bereits Kontakte zu Familien, Schulen und Fachstellen. Du musst nicht bei null anfangen – du erweiterst, was du schon hast.

Gehaltskalkulator: Das kannst du als ADHS-Coach im Nebenberuf verdienen

Was kannst du als ADHS-Coach verdienen?

Finde es heraus – mit zwei Reglern und in 10 Sekunden.

Wie viel Zeit hast du pro Woche?
6 Std.
2 Stunden20 Stunden
Wie viel möchtest du pro Sitzung verdienen?
CHF 150
CHF 80 / StundeCHF 250 / Stunde

Dein geschätztes Netto-Einkommen
Hinweis: Diese Berechnung ist eine Schätzung. AHV/IV/EO-Beiträge für Selbständige ca. 10 %. Berufshaftpflicht ca. CHF 300–600/Jahr. Tools & Software ca. CHF 50/Monat. Keine Gewähr.

Klingt spannend?
Lass uns gemeinsam schauen, ob ADHS-Coaching das Richtige für dich ist.

Kostenloses Erstgespräch buchen

Was du organisatorisch brauchst

Arbeitsvertrag prüfen: Viele Arbeitgeber verlangen eine Meldung oder Genehmigung für Nebentätigkeiten. Kläre das, bevor du startest – es ist in der Regel kein Problem, aber frag vorher.

Ausgleichskasse anmelden: Innerhalb von 3 Monaten nach Start. AHV/IV/EO-Beiträge: ca. 10% vom Nebeneinkommen.

Berufshaftpflicht abschliessen: CHF 300–600 pro Jahr. Das war's an Pflichten. Kein Handelsregister nötig (erst ab CHF 100'000 Umsatz), kein Mindestkapital, kein Notar.

Brauchst du einen Praxisraum?

Nein. Online-Coaching per Zoom ist längst etabliert und wird von vielen Klienten bevorzugt. Gerade ADHS-betroffene Erwachsene schätzen es, keine Anfahrt organisieren zu müssen. Für Kinder-Coaching kannst du dich tageweise bei einer befreundeten Praxis einmieten – oder die Familien zu Hause besuchen.

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Wie du an deine ersten Klienten kommst

Die ersten Klienten kommen über persönliche Kontakte. Erzähl den Menschen in deinem Umfeld, was du tust. Kontaktiere Kinderärzte und Hausärzte in deiner Region – die suchen händeringend nach Fachpersonen. Biete an Schulen einen kostenlosen Elternabend an. Und biete ein kostenloses 20-Minuten-Erstgespräch an.

Dein bestehender Beruf ist dein grösster Vorteil. Du bist bereits vernetzt. Eltern, Schulen, Fachstellen kennen dich. Nutze das. 

Ein realistischer Zeitplan

Monat 1–3: Aufbauphase. Ausbildung abgeschlossen, Ausgleichskasse angemeldet, erste 2–3 Klienten. Netto ca. CHF 900–1'500/Monat.

Monat 4–6: Wachstumsphase. Empfehlungen kommen, 4–5 Klienten pro Woche. Netto ca. CHF 2'000–2'500/Monat.

Monat 7–12: Volle nebenberufliche Auslastung. 6–8 Klienten pro Woche. Netto ca. CHF 2'500–3'500/Monat.

Ab Monat 12: Du entscheidest: Bleibst du nebenberuflich, oder wagst du den Schritt in die Vollselbständigkeit?

Wann lohnt sich der Wechsel in die Vollselbständigkeit?

Wenn deine Warteliste länger wird als dein Kalender. Wenn du regelmässig Anfragen ablehnen musst, weil du keine Slots mehr hast. Wenn dein Nebeneinkommen dein Haupteinkommen erreicht oder übersteigt. Dann ist der Moment da – und der Wechsel fühlt sich nicht mehr wie ein Sprung ins Leere an, sondern wie ein logischer nächster Schritt.

Dein Fundament

Wenn du als ADHS-Coach starten möchtest, brauchst du eine fundierte Ausbildung. Wir bei PLI sind seit 2009 Spezialisten auf diesem Gebiet und bieten den beliebten CAS ADHS Coaching und Beratung PLI® an.

In 15 Tagen lernst du alles, was du für die professionelle Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS brauchst. Der Lehrgang findet in Luterbach, Balsthal oder Baden statt – oder bequem von zu Hause per Zoom. Es gibt auch eine reine Online-Version im Selbststudium mit persönlicher Begleitung durch das Dozententeam.

Falls du erst mal reinschnuppern willst: Die ersten 7 Tage können als eigenständiger Lehrgang «ADHS Coach PLI®» gebucht werden (CHF 2'950.–), mit der Möglichkeit, später auf den vollen CAS aufzusteigen. Ein kostenloses Erstgespräch klärt, ob der Lehrgang zu dir und deiner Situation passt.

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Herzlich, deine Marianne