Der Begriff «Schulverweigerung» suggeriert eine bewusste Entscheidung. Doch autistische Kinder, die nicht mehr zur Schule gehen können, haben diese Wahl oft nicht. Sie erleben eine so tiefe Überforderung, dass der Schulbesuch psychisch und körperlich unmöglich wird. Fachleute sprechen deshalb zunehmend von «Schulabsentismus» oder «schulbezogener Angst».

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Mögliche Ursachen

Typische Auslöser sind: sensorische Überlastung im Klassenzimmer, unstrukturierte Pausen, Übergänge zwischen Räumen und Lehrkräften, Schwierigkeiten mit der Organisation des Schulalltags, Perfektionismus bei Aufgaben, soziale Ausgrenzung und das Gefühl, die Erwartungen nicht erfüllen zu können. Oft ist es nicht ein einzelner Faktor, sondern die Kombination, die zum Zusammenbruch führt.

Was Eltern tun können

Zunächst: Das Verhalten ernst nehmen. Wenn dein Kind morgens über Bauchschmerzen klagt, weint oder erstarrt, ist das kein Theater. Erstelle gemeinsam mit deinem Kind ein «Sorgenbuch», in dem es aufschreiben oder aufmalen kann, was es belastet. Besprecht die Einträge zusammen und sucht nach Lösungen.

Arbeite mit der Schule zusammen: Braucht dein Kind einen Rückzugsraum? Eine Schulbegleitung? Anpassungen bei bestimmten Fächern? Ist vielleicht ein teilweiser Schulbesuch vorübergehend sinnvoller als gar keiner?

Was die Schule tun kann

Achte auf Frühwarnzeichen: zunehmende Stille, häufige Krankmeldungen, Rückzug in der Pause, wachsende Ängstlichkeit. Sprich das Kind und die Eltern wertfrei an. Und überprüfe, ob die schulische Umgebung angepasst werden kann, bevor die Situation eskaliert.

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Herzlich, deine Marianne